Stellungnahme von Heino Hassler, Fanprojekt Nürnberg, zum polizeilichen Einsatz nach dem Heimspiel gegen den HSV am 21.04.12

Leider gab es nach dem letzten Heimspiel vs. HSV Probleme am Stadionvorplatz der Nordkurve.

Ohne hier den laufenden Ermittlungen vorgreifen zu wollen, ist es für mich sehr fragwürdig, wieso von polizeilicher Seite immer wieder zum Pfeffersprayeinsatz gegriffen werden muss, selbst wenn – wie hier gegeben – die kritische Situation eigentlich bereinigt und die Fans bereits auf dem Weg zurück ins Stadion waren.

So etwas muss nicht sein! Viele Fans mussten sich anschließend in der Sanitätsstation das Pfefferspray aus den Augen waschen lassen.

Bei dieser Aktion wurde u.a. ein Mitarbeiter der Rot-Schwarzen Hilfe (RSH), welcher vor Ort deeskalierend eingreifen wollte, von einem Polizeibeamten mit dem Schlagstock in den Rücken geschlagen und mit Pfefferspray eingedeckt. Als er ca. 20 Minuten später aus der Sanitätsstation entlassen wurde und das Stadion verlassen wollte, wurde er von demselben Beamten, der ihn vorher geschlagen hatte, festgenommen, zur Personalienfeststellung auf die Stadionwache befördert und wegen Widerstand und Körperverletzung angezeigt. Der Betroffene beteuert, nichts derartiges gemacht zu haben.

Zwei Rechtsanwälte der Rot-Schwarzen Hilfe wollten ebenfalls deeskalierend eingreifen, was leider auch von polizeilichen Einsatzkräften verhindert wurde: Dem einem wurde ein Platzverweis erteilt, der andere mit Pfefferspray besprüht.

Ich wünsche mir, dass die umfangreichen Videos, die von polizeilicher Seite gemacht wurden, die Geschehnisse wahrheitsgetreu aufklären werden und zukünftig von diesen unsinnigen Pfeffersprayeinsätzen abgesehen wird.

Nebenbei sei noch erwähnt, dass ein Rechtsanwalt der Rot-Schwarzen Hilfe vom polizeilichen Gruppenleiter äußerst barsch abgewiesen wurde, als er sich nach dem Namen des Beamten erkundigte, der Strafanzeige gegen den zuvor erwähnten RSH-Mitarbeiter gestellt hat.


Artikel auf Seite 18

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